Nach fast 1825 Tagen nüchtern mit ADHS beschliesse ich, eine Onlinegruppe zu gründen.
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Aus dem englischen Original übersetzt.
Tag eins. ADHS-Sobriety-Support-Gruppe. Null Follower. Vor 49 Minuten gegründet. ADHS und Alkohol, oder welches Gift man sich sonst aussucht, sind oft auf Arten miteinander verbunden, über die nur wenige offen sprechen. Für viele von uns mit ADHS ging es beim Alkohol nie nur um Geselligkeit oder Entspannung. Er wurde zu einem schnellen Weg, den Lärm zu beruhigen, rasende Gedanken zu verlangsamen oder kurz ein Gefühl von Konzentration zu finden.
Ein Glas fühlte sich nach Erleichterung an. Zwei Gläser nach Kontrolle. Und irgendwo unterwegs hörte es auf, eine Entscheidung zu sein, und wurde zu einem Kreislauf: eine Möglichkeit, die Gerüche, den Lärm, das grelle Licht, das endlose menschliche Gerede und die emotionale Bedürftigkeit zu übertönen. Einfach auf Pause zu drücken. Aber tatsächlich funktionierte es nie.
Noch schwieriger wird das durch die Art, wie ADHS-Köpfe funktionieren. Impulsivität, Zeitblindheit, emotionale Schwankungen und die ständige Suche nach Dopamin erzeugen zusammen einen Sturm, in dem Alkohol wie eine einfache Lösung aussieht. Es ist keine Schwäche. Es ist kein Mangel an Willenskraft. Es ist die Art, wie unsere Köpfe Belohnung und Erleichterung verarbeiten. Und genau das hält so viele Menschen gefangen.
Denn wenn Menschen mit ADHS dauerhaft nüchtern werden, wird es nicht unbedingt friedlicher. Die Welt ist wirklich laut. Und ganz ehrlich: Sie überreizt oft unsere Sinneswahrnehmung und macht viele menschliche Begegnungen beinahe unerträglich. Die Banalität von Smalltalk, die körperliche, irrationale Gereiztheit darüber, absichtlich oder unabsichtlich berührt zu werden, das erstickende Gefühl in Menschenmengen und all die Gerüche, die andere Menschen ausströmen.
Nüchternheit mit ADHS ist keine einfache, gerade Linie. Traditionelle Ratschläge zur Genesung setzen oft Struktur, Beständigkeit und Geduld voraus. Drei Dinge, auf die du schwerer zugreifen kannst, wenn dein Kopf ständig nach Stimulation sucht.
Deshalb braucht Nüchternheit mit ADHS ihren eigenen Raum, ihre eigenen Strategien und ihre eigene Gemeinschaft.
Wir haben ADHD Sobriety Support als Teil von Neurodazzled gegründet, weil wir diesen Raum schaffen wollten. Einen Ort, an dem Menschen ehrlich darüber sprechen können, wie es sich anfühlt, mit beidem zu leben. An dem Scham nicht das letzte Wort hat. An dem wir neue Wege der Bewältigung entwickeln können, die wirklich zu unseren Köpfen passen. Nüchternheit bedeutet hier nicht nur, Alkohol wegzulassen. Es geht darum, unseren Geist, unsere Energie und unser Leben auf gesündere und nachhaltige Weise zu versorgen.
Wenn du das liest und es dir vertraut vorkommt: Du bist nicht allein. Du bist nicht verrückt. Und du musst diesen Kampf nicht weiter im Stillen führen. Auf dieser Seite werden Strategien, Geschichten und Ressourcen für Menschen wie uns geteilt, Menschen mit ADHS, die bereit sind, alkoholfrei zu leben. Das ist wirklich erst der Anfang. Obwohl es fast fünf ganze Jahre her ist, seit wir diesen Weg eingeschlagen haben.
Obwohl ich mich mit der Überreizung meiner äusseren Umgebung nicht unbedingt friedlicher fühle, habe ich meinen persönlichen Schmerz in Kraft und meine Gefühle in Klarheit und Widerstandsfähigkeit verwandelt. In die Fähigkeit, fest zu mir zu stehen, ohne fliehen zu müssen. Und darauf bin ich sehr stolz. Und das solltest du auch sein. Hier ist ein Link zur Facebook-Seite, die ich gerade erstellt habe: ADHD Sobriety Support auf Facebook.